Das heutige Turbinenkerosin hat mit der historischen Begebenheit nichts zu tun. Kerosin wird den Kolonnenböden des Mitteldestillats entnommen, welches bei der Erdölrektifikation gewonnen wird. Der enge Fraktionierschnitt bewirkt, dass wenig leichte und wenig schwere Kohlenwasserstoffverbindungen im Kraftstoff vorhanden sind, weshalb dieser nicht zu früh zündet und fast rückstandsfrei verbrennt. Die meisten Moleküle zünden bei der gleichen Temperatur. Aufschluss darüber gibt eine Siedeanalyse, die im Falle des Kerosins im mittleren Siedebereich eine weit gestreckte, flache Siedelinie ergibt. Diese liegt zwischen Schwerbenzin und Dieselkraftstoff.
In Deutschland wurden 2007 ca. 4,6 Millionen Tonnen Flugturbinenkraftstoff (schwer) hergestellt.
Kerosin unterscheidet sich vom Petroleum im wesentlichen durch die Zugabe von Additiven (siehe auch , Appendix D), die eine Verwendung als Flugzeugtreibstoff ermöglichen. Hierzu gehören unter anderem:
- Antistatikmittel verhindern oder reduzieren die Neigung des Treibstoffes, sich bei der Betankung statisch aufzuladen.
- Korrosionsschutzmittel verhindern Korrosion in den Tanks.
- Emulgatoren erlauben es, in engen Grenzen Kondenswasser zu binden
- Antischaummittel verhindert ein Aufschäumen des Kraftstoffes beim Betankungsvorgang
- Biozide verhindern einen Bewuchs des Tankinnenraumes mit Pilzen und Bakterien
- Fließverbesserer setzten den Stockpunkt auf einen niedrigeren Wert, indem sie die Paraffinausscheidung verhindern/reduzieren
Seit einigen Jahren werden außerdem Zusatzstoffe verwendet, welche die Schwarzrauchentwicklung eindämmen.